Standardregeln effizient nutzen: Übernahme in den kundenspezifischen Mandanten.

Mit der Einführung der neuen GOÄ rückt ein Thema besonders in den Fokus: der strukturierte Umgang mit Regelwerken in ZABAS®. Die fachliche Komplexität der Gebührenordnung erfordert klare, nachvollziehbare und gleichzeitig flexible Mechanismen, um Regeln effizient im System abzubilden. Eine zentrale Rolle spielt dabei in ZABAS® die Möglichkeit, Standardregeln in den eigenen Mandanten zu übernehmen und individuell weiterzuentwickeln. Dieser Ansatz verbindet zentrale Qualitätssicherung mit maximaler Flexibilität für kundenspezifische Anforderungen.

 

Klare Trennung von Standard und individueller Ausprägung.

Die Grundlage bildet die mandantenfähige Architektur von ZABAS®. Dabei wird bewusst zwischen zwei Ebenen unterschieden: dem Standardmandanten, in dem das zentrale Regelwerk gepflegt wird, und dem Kundenmandanten, in dem individuelle Anpassungen erfolgen.

Diese Trennung sorgt für klare Verantwortlichkeiten: Das Standardregelwerk wird zentral weiterentwickelt und gepflegt, während Kunden jederzeit die volle Kontrolle über ihre eigene Regulierungsstrategie behalten. Ein entscheidender Vorteil dabei ist, dass Änderungen im Standard niemals direkt in kundenspezifische Konfigurationen eingreifen. Dadurch bleiben individuelle Anpassungen stabil, nachvollziehbar und jederzeit unter eigener Kontrolle.

 

Das Standardregelwerk als fachliche Referenz.

Das Standardregelwerk bildet die fachliche Basis für die Verarbeitung der neuen GOÄ. Es enthält Regeln, die sich direkt aus der Gebührenordnung ableiten lassen, und schafft damit eine einheitliche Ausgangslage. Bereits heute umfasst dieses Regelwerk eine große Anzahl an Regeln und wird kontinuierlich erweitert. Ziel ist es, eine möglichst vollständige, transparente und belastbare Referenz bereitzustellen.

Dabei erfüllt das Standardregelwerk mehrere Funktionen gleichzeitig:

    • Orientierung: Welche Regeln ergeben sich direkt aus der GOÄ?
    • Vergleichbarkeit: Wie werden bestimmte Sachverhalte standardisiert bewertet?
    • Beschleunigung: Kunden können schneller in die Umsetzung starten

Gerade in der frühen Phase der neuen GOÄ ist diese Orientierung ein entscheidender Vorteil.

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Gezielte Übernahme statt pauschaler Migration.

Die Übernahme der Regeln erfolgt bewusst nicht automatisiert im Hintergrund, sondern gesteuert durch den Kunden. Über die Funktion „Regeln aus dem Standardregelwerk übernehmen“ im Wissensmanagement können Regeln gezielt ausgewählt und in den eigenen Mandanten übertragen werden. Wir haben die Standardregeln zur neuen GOÄ daher mit der Bemerkung #neueGOÄ gekennzeichnet.

 

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Dieser Ansatz bietet mehrere Vorteile:

  • Selektive Übernahme: Nur relevante Regeln werden übernommen

  • Zeitliche Steuerung: Übernahmen erfolgen passend zur eigenen Projektplanung

  • Transparenz: Jede Regelübernahme ist nachvollziehbar und dokumentiert

Damit wird verhindert, dass ungewollte Änderungen oder neue Regeln automatisch in produktive Prozesse eingreifen.

 

Der eigentliche Mehrwert: Individuelles Customizing.

Die Übernahme der Standardregeln bildet lediglich die Grundlage. Der eigentliche Mehrwert entsteht im kundenspezifischen Customizing, bei dem die Regeln gezielt an die individuellen Anforderungen und Strategien angepasst werden.

Im eigenen Mandanten haben Sie die Möglichkeit, den Automatisierungsgrad jeder einzelnen Regel festzulegen. So können Sie entscheiden, ob eine Prüfung vollständig automatisiert in der Dunkelverarbeitung erfolgt oder bewusst eine manuelle Bearbeitung vorgesehen ist.

Darüber hinaus lässt sich die Regulierungsstrategie flexibel gestalten – beispielsweise mit einem stärkeren Fokus auf Kundenorientierung oder auf Kostenoptimierung. Auch die Textgestaltung kann individuell angepasst werden, sowohl für die interne Sachbearbeitung als auch für die Kommunikation mit dem Endkunden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die fachliche Feinsteuerung einzelner Regelparameter. Hier können Details präzise eingestellt werden, um spezifische Anforderungen oder Besonderheiten in der Regulierung abzubilden.

Zusätzlich bietet ZABAS® die Möglichkeit, den Gültigkeitszeitraum von Regeln flexibel zu steuern. Änderungen in der Gebührenordnung – etwa neue Ziffern oder angepasste Regelungen – können über sogenannte Zeitscheiben abgebildet werden. So lassen sich fachliche Entwicklungen sauber und nachvollziehbar in das bestehende Regelwerk integrieren.

Durch diese Anpassungen entsteht ein Regelwerk, das exakt auf die individuellen Prozesse, Ziele und Rahmenbedingungen eines Unternehmens abgestimmt ist.

Ein starkes Standardregelwerk ist die Basis – der Unterschied entsteht im Customizing.

 

Dynamische Weiterentwicklung durch den Standard.

Ein großer Vorteil des beschriebenen Ansatzes liegt in der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Standardregelwerks. Neue Erkenntnisse, fachliche Präzisierungen oder zusätzliche Regelungen werden zentral ergänzt und stehen anschließend allen Kunden zur Verfügung. Über den beschriebenen Übernahmeprozess können diese Neuerungen gezielt in den eigenen Mandanten integriert werden – ohne bestehende Anpassungen zu verlieren. So entsteht ein dynamisches Zusammenspiel aus zentraler Weiterentwicklung, individueller Anpassung und kontrollierter Integration.

 

Datenversorgung als Schlüssel zum Erfolg.

Damit dieser Prozess reibungslos funktioniert, ist eine strukturierte Datenversorgung entscheidend. Neue oder angepasste Regeln müssen regelmäßig bereitgestellt werden, sodass Kunden diese in ihre eigenen Systeme übernehmen können. ZABAS® trennt dabei bewusst zwischen Produktfunktionalität und Regelwerk und Verzeichnissen

Das bedeutet, dass Regeländerungen unabhängig von Produkt-Releases bereitgestellt werden können. Auch neue oder geänderte Ziffern werden von uns gepflegt und benötigen keine extra Installation.

Für Kunden ergibt sich daraus ein großer Vorteil: Sie können auf fachliche Änderungen schnell reagieren, ohne auf neue Softwareversionen warten zu müssen.

 

Fazit: Flexibilität bei gleichzeitiger Sicherheit.

Die Übernahme von Standardregeln in den kundenspezifischen Mandanten ist weit mehr als ein technisches Feature – sie ist ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche GOÄ-Umsetzung.

Der Ansatz vereint zwei entscheidende Anforderungen:

    • Stabilität und Qualität durch ein zentrales Standardregelwerk
    • Flexibilität durch individuelle Anpassungsmöglichkeiten im Kundenmandanten

So entsteht ein Regelwerk, das sowohl den Anforderungen der neuen GOÄ gerecht wird als auch optimal auf die jeweiligen Unternehmensprozesse zugeschnitten ist. Gerade im Kontext der kommenden Veränderungen bietet dieser Mechanismus die notwendige Balance zwischen Standardisierung und Individualisierung – und schafft damit die Grundlage für eine nachhaltige und effiziente Regulierung.

 

Sie möchten Ihr Standardregelwerk unkompliziert und regelmäßig aktualisieren? Dann lesen Sie den Blogartikel von Sarah Müsch zum Thema „Update Standard”.

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